Bergwacht und Wasserwacht bringen Touristen aus dem Ruhrgebiet in sechsstündiger nächtlicher Rettungsaktion unverletzt ins Tal und über den Königssee

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Insgesamt sieben Einsatzkräfte der Bergwacht und der Wasserwacht Berchtesgaden haben am Freitagabend einen in Bergnot geratenen Schneeschuhgeher vom Röthsteig gerettet. Der 48-Jährige aus dem Ruhrgebiet war allein über die lange Tour östlich des Königssees und Obersees vom Stahlhaus am Torrener Joch zur Wasseralm in der Röth unterwegs und kam dann am steilen und vor allem durch den Schnee absturzgefährlichen Riegel im unteren Landtal nicht mehr weiter, weshalb er sich entschied, nicht weiter zu queren und stattdessen über den Röthsteig zur Fischunkelalm am Obersee abzusteigen. In rund 900 Höhenmetern musste er dort wegen des Schnees im Steilgelände aber endgültig aufgeben.

Als gegen 19.30 Uhr sein Notruf einging, schickte die Leitstelle Traunstein sofort die Bergwacht Berchtesgaden los. Auch drei Einsatzkräfte der Wasserwacht Berchtesgaden rückten während ihrer Jahreshauptversammlung aus und brachten die vier Bergretter mit Skiern und umfangreicher Ausrüstung per Rettungsboot von der Seelände nach Salet ans Südufer; der See war während der Überfahrt nur ganz im Süden leicht mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, die für das robuste Boot aber kein Problem darstellte. Dank Radar und GPS hatten die Einsatzkräfte auch keine Schwierigkeiten, trotz des tiefen und dichten Inversionsnebels den Königssee zu überqueren und anzulegen.

Die vier Bergretter stiegen von Salet aus rund eineinhalb bis zwei Stunden abschnittsweise mit Skiern zur Einsatzstelle auf, versorgten den frierenden, aber ansonsten unverletzten Touristen in einem Wärmezelt und begleiteten ihn dann ins Tal zum Obersee und weiter nach Salet, wo die Wasserwacht alle mit dem Boot wieder abholte. Der zeitaufwendige Einsatz dauerte bis um 1 Uhr in der Früh, wobei die drei Wasserretter in der Zwischenzeit zur ihrer Jahreshauptversammlung zurückkehren und essen konnten.

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