News 2015

Landrat Georg Grabner zeichnet sechs verdiente Rotkreuzler aus

Klaus Pfeifer wurde für 40 Jahre geehrt

Christian Abel, Gerhard Kriwan, Klaus Pfeifer, Wolfgang Rochholz, Georg Winkler und Rudi Potschacher-Eisl für langjährigen ehrenamtlichen Dienst in der BRK-Wasserwacht und in den BRK-Bereitschaften geehrt

BERCHTESGADENER LAND (ml) – „Ihr seid seit Jahrzehnten uneigennützig und fragt nicht, „was hab ich davon, wenn ich mich ehrenamtlich engagiere?“, sondern immer nur „wo kann ich konkret helfen?“, lobte Landrat Georg Grabner bei einer abendlichen Feierstunde im Landratsamt. Trotz des engen Terminplans bedingt durch den Asylbewerber-Einsatz in Freilassing zeichnete er sechs verdiente Ehrenamtliche der BRK-Wasserwacht und der BRK-Bereitschaften für 25 und 40 Dienstjahre mit dem silbernen und goldenen Ehrenzeichen am Bande des Freistaates Bayern aus.

Der stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende und Bezirksrat Georg Wetzelsperger, BRK-Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter, BRK-Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer, der Technische Leiter der BRK-Kreis-Wasserwacht, Siegi Hauber und BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz dankten Christian Abel (Bad Reichenhall, 40 Jahre), Gerhard Kriwan (Freilassing-Ainring, 40 Jahre), Klaus Pfeifer (Berchtesgaden, 40 Jahre), Wolfgang Rochholz (Freilassing-Ainring, 40 Jahre), Georg Winkler (Bad Reichenhall, 40 Jahre) und Rudi Potschacher-Eisl (Bad Reichenhall, 25 Jahre) für ihren anhaltenden freiwilligen Dienst am Nächsten. „Ihr leistet einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft. Ohne Euch würde gerade in der aktuellen Situation das öffentliche und soziale Leben nicht funktionieren; Ihr lebt Ideale!“, lobte Grabner und überreichte die Ehrenzeichen und die von Innenminister Joachim Herrmann unterzeichneten Urkunden. Auf Einladung des Landrats klang der Abend in geselliger Runde bei einer gemeinsamen, heiteren Brotzeit im Landratsamt aus.

Grabner nahm sich trotz der aktuell vielen zusätzlichen Aufgaben durch den Asylbewerber-Einsatz Zeit, um im persönlichen Gespräch mit den sechs Geehrten Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen, wobei die Situation in Freilassing beherrschendes Thema des Abends war. Die Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaften, der BRK-Wasserwacht und der Bergwacht im BRK sind seit mittlerweile fünf Wochen zusammen mit weiteren Organisationen und Freiwilligen rund um die Uhr im Schichtdienst im Einsatz, um die medizinische Versorgung und Betreuung der täglich im Schnitt zwischen 1.000 und 1.500 Flüchtlinge in der ehemaligen Möbelhalle sicherzustellen. Der Landrat zeigte sich beeindruckt von der außergewöhnlichen Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der heimischen Ehrenamtlichen, warnte aber auch davor, das freiwillige bürgerschaftliche Engagement in der Region nicht übermäßig zu strapazieren und appellierte erneut an die Solidarität der anderen Bundesländer und europäischen Staaten: „Es zeichnet unsere Region aus, dass alle mit anpacken und Hand in Hand zusammenarbeiten, wenn es drauf ankommt; wir stoßen aber immer mehr an die Grenzen unserer Belastbarkeit. Der Wille zu helfen ist nach wie vor ungebrochen. Es ist nicht so, dass wir nicht mehr wollen würden, aber wir können einfach nicht mehr!“

„Unsere freiwilligen Einheiten sind eigentlich für Akut-Ereignisse wie größere Unfälle oder Brände konzipiert und vorbereitet, die einige Stunden, höchstens aber ein paar Tage dauern, beispielsweise das Hochwasser vor zwei Jahren oder 2014 die Höhlenrettung im Untersberg; ein solches Ehrenamt tragen auch weitgehend Familien und Arbeitgeber mit. Ein Dienstbetrieb über Wochen hinweg schwächt dagegen das System in seiner Leistungsfähigkeit für die Gesamtbevölkerung nachhaltig. Indem wir aktuell die Arbeit auf möglichst viele verschiedene Schultern verteilen, wollen wir verhindern, dass einzelne Helfer über ihre körperlichen und psychischen Grenzen hinweg eingesetzt werden, überfordert sind und ihre ehrenamtliche Arbeit deshalb an den Nagel hängen“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter, der seit Wochen im Führungsstab den Einsatz leitet und händeringend versucht, den Dienstplan zu füllen. Der Einsatz des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und die breit gefächerte Suche des Gesundheitsamts und des Führungsstabs nach zusätzlichem, externen medizinischen Fach-Personal hat das Problem etwas entschärft, aber keinesfalls gelöst. Eine dauerhafte Entspannung durch den Einsatz von Hauptamtlichen gestaltet sich schwierig, da aktuell am Arbeitsmarkt für diese zusätzlichen Aufgaben kaum qualifiziertes Personal verfügbar ist.

Geschwister tauchen zusammen ab: BRK-Wasserwacht freut sich über zwei neue Rettungstaucher

Andreas und Katharina Hinterbrandner absolvieren einjährige, aufwendige Ausbildung

BERCHTESGADEN (ml) – Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden freut sich über zwei neue Rettungs- und Bergetaucher: Andreas und Katharina Hinterbrandner haben über ein Jahr lang die aufwendige Ausbildung zum Taucher in der Wasserwacht durchlaufen.
Die beiden Geschwister sind bereits seit ihren Kindertagen Mitglieder der Wasserwacht und haben mittlerweile mehrere Ausbildungen und Fortbildungen für den aktiven Einsatzdienst absolviert.

Die Rettungs- und Bergungstaucher der BRK-Wasserwacht werden zur Suche, Rettung oder Bergung von Verunglückten benötigt, wenn Rettungsschwimmer und Motorboote alleine nicht mehr ausreichen. Auch die Bergung von Fahrzeugen, Müll und gefährlichen Gütern aus dem Wasser gehören zu den Aufgaben von Rettungstauchern. Oftmals ist das eine harte Arbeit unter sehr schwierigen Bedingungen. Die Taucher im Wasserrettungseinsatz sind aufgrund der schwierigen äußeren Bedingungen unter Wasser (hoher Wasserdruck, schlechte Sicht, niedrige Wassertemperaturen) einer ständigen psychischen Belastung ausgesetzt. Dies trifft erst Recht zu, wenn es um die Rettung oder Bergung von Menschen geht.

Rettungstaucher können nur die körperlich und psychisch leistungsfähigsten aktiven Mitglieder der BRK-Wasserwacht werden. Um den harten Anforderungen, die die Einsätze an die Taucher stellen, gerecht zu werden, ist eine in der Regel ein- bis zweijährige Ausbildung notwendig, die mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen wird. Die Ausbildung wurde gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Traunstein durchgeführt. Insgesamt traten sechs Anwärter zur Prüfung am Starnberger See an, wobei alle die gestellten Aufgaben mit Bravour meisterten. Gefordert waren nach einer schriftlichen Prüfung mit viel Tauchwissen Schrauben und Sägen unter Wasser, Suchen und Retten eines verunfallten Tauchers, die richtige Tarierung finden und Apnoe-Tauchen mit Antauchen und Retten einer Puppe in sechs bis acht Metern Tiefe.

Beim Tauchen bedeutet tarieren den Ausgleich von Auftrieb (steigen) und Abtrieb (sinken) des Tauchers. Damit ist Schweben in der gewünschten Wassertiefe möglich. Dazu muss zunächst die Tauchausrüstung so zusammengestellt sein, dass das Gewicht des Tauchers ein wenig größer als der Auftrieb ist. Der Taucher hat durch seinen Tauchanzug einen relativ großen Auftrieb (abhängig vom Material), der durch Bleigewichte kompensiert werden muss. Dies ermöglicht das Abtauchen unter die Wasseroberfläche. Während der gesamten Abstiegsphase wird die Tarierweste stoßweise mit Luft gefüllt, so dass sich in der gewünschten Tiefe Auftrieb und Abtrieb ausgleichen. Beim Aufstieg am Ende des Tauchgangs wird die Tarierweste wieder schrittweise entehrt. Die Fein-Tarierung kann zusätzlich durch gezieltes Ein- oder Ausatmen gesteuert werden.

 

 

Sonderprüfung »Schafskälte«

Beherzter Sprung in die Ache

Berchtesgadener und Laufener Wasserwacht absolviert Fließwasserlehrgang bei widrigen Wetterverhältnissen

Viele Wochen Vorbereitungszeit liegen hinter Ausbilder Jürgen Klapfenberger und seinen elf Absolventen des diesjährigen Fließwasserlehrgangs der Wasserwacht. Galt es doch, ein dickes Handbuch zur Fließwasserrettung durchzuarbeiten, um bereits im Vorfeld des Lehrgangs ein fundiertes Grundwissen mitzubringen.
Nach einer dreistündigen Theorievorbereitung ist es am Freitagmittag soweit. Besorgte Blicke zum Himmel und auf den Wasserstand lassen Flusskilometer 16,5 bei der Breitwiesenbrücke in Berchtesgaden zum Übungsort erster Wahl werden. »Bei diesen Regenmengen liegt die Fließgeschwindigkeit der Ache bei 2,5 bis 3 Metern pro Sekunde, was bereits einige Achenabschnitte komplett ausschließt. Die Sicherheit der Teilnehmer steht an erster Stelle«, so Jürgen Klapfenberger.
Da bereits alle Teilnehmer einige Übungsstunden im Fließgewässer vorweisen können, geht es nach einer kurzen Einweisung mit dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) los. Schwimmweste, Helm, wärmender Neoprenanzug, Handschuhe und rutschfestes Schuhwerk lassen die Wassertemperaturen von zehn bis elf Grad wenigstens einige Zeit gut aushalten. »Die Kälte war eine große Herausforderung an diesem Wochenende, das Frieren kostete einiges an Kraft«, bestätigt Astrid Großmann.
Nachdem das Wurfsacktraining im Trockenen eine gute Trefferquote brachte, wird es sofort im Wasser umgesetzt. Es gilt, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um eine im Wasser treibende Person mithilfe des Wurfretters an Land zu ziehen. Die Zeit bis zum frühen Abend wird genutzt, um aktives und passives Schwimmen in der Strömung zu testen, die beste Technik bei der Flussüberquerung herauszufinden und ein verunfalltes Opfer mit einer beherzten Sprungrettung aus der großen Strömung zu ziehen. Dies natürlich immer gesichert durch mindestens zwei Kameraden.
Die kühlen Temperaturen fordern eine lange Aufwärmpause, bevor zur Dämmerung die große angesetzte Nachtübung beginnt. Mit farbigen Knicklichtern ausgestattet, ist das Schwimmen in der Dunkelheit noch einmal eine Steigerung der Schwierigkeit. Als angenommenen Unfallort hat Ausbildungsleiter Jürgen Klapfenberger den »Seimei-Beach« auserkoren. Nach zweimaliger Flussüberquerung entscheidet man sich zum Abbruch der Übung im Wasser, da die Strömung einfach zu stark ist. Die Suchübung wird kurzerhand nur am Ufer durchgeführt. Nach der erfolgreichen Suche und Versorgung des Verletzten findet der erste Übungstag gegen 23 Uhr seinen Abschluss und alle Teilnehmer freuen sich, in trockene Kleidung zu kommen.
Um den Samstag wetterbedingt so lange wie möglich trocken zu verbringen, wird die Seil- und Knotenkunde kurzfristig nach innen verlegt. Die Wasserwachtler können sich intensiv mit allen erforderlichen Knoten wie Palstek, Achter, Prusik, Halbmastwurf, Mastwurf usw. auseinandersetzen, verschiedene Flaschenzüge ausprobieren und Ankersysteme testen.
Nach der Mittagspause heißt es, Zähne zusammenbeißen und wieder hineinzwängen in den vom Vortag noch nicht getrockneten Neoprenanzug. Um einen Verletzten von einer Flussseite zur anderen zu transportieren, ist eine bestimmte Technik notwendig. Zwei kräftigte Personen bieten der Strömung die Stirn, während die anderen Retter dahinter gegenüberstehend den Verletzten auf ihren verkreuzten Händen tragen und die beiden vorderen Retter abstützen. Im letzten Drittel ist Schluss und Retter und Verletzte müssen der hohen Strömungsgeschwindigkeit Tribut zollen. »Ich hätte nicht gedacht, dass ihr bei diesen Verhältnissen so weit kommt«, lobt Jürgen Klapfenberger die gute Standfestigkeit seiner Wasserretter.
Mit einer schräg über die Ache verlaufenden Tyrolienne ist endlich auch einmal eine gemütliche Achenüberquerung möglich. Das Cowtail am Statikseil eingehängt – und schon gehts ab. Beim Cowtail handelt es sich um ein kurzes Seil mit Schnappkarabiner, welches im Ernstfall über den Panikverschluss jederzeit geöffnet werden kann. Der stellvertretende Technische Leiter der Wasserwacht Berchtesgaden, Martin Planegger, berichtet, dass es im Fließwasser unbedingt notwendig ist, lösbare Knoten- systeme zu verwenden.
Sprungrettung und die Simulation eines Klemmunfalls unter Steinen bilden den Abschluss des Übungstages. »Und jetzt brauche ich gleich ein heißes Bad«, plant Kathi Stöger bereits den restlichen Abend.
Petrus sagte für Sonntag eine leichte Wetterbesserung voraus. Das von der Wasserwacht Bayern zur Verfügung gestellte Raft wird einsatzbereit gemacht und zu Wasser gelassen. Nach einer genauen Einweisung werden mit jeweils wechselnden Einsatzleitern verschiedene Rettungsszenarien durchgespielt.
Den Abschluss des letzten Übungstags bildet eine schriftliche Prüfung, die alle mit Bravour bestehen. Ausbilder Jürgen Klapfenberger freut sich, für die Ortsgruppe Berchtesgaden acht zertifizierten Fließwasserrettern und für Laufen drei neuen Fachkräften gratulieren zu können.

18. April 2015 – Hochzeit von Maria und Martin Planegger

Den kirchlichen Segen bekamen die beiden in der Pfarrkirche St. Andreas Berchtesgaden.
Anschließend feierten die Frischvermählten mit den über 200 Hochzeitsgästen im Bräustüberl des Hofbrauhauses Berchtesgaden.
Etwa 40 Mitglieder der Wasserwacht, ohne Planeggers, gaben dem Brautpaar die Ehre.

Wir wünschen Euch viel Glück und alles Gute,
sowie viel, viel Wasserwachtnachwuchs.

BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden blickt auf einsatzreiches, aber wenig dramatisches Jahr zurück

Michael Tagirow (M) rettet 4-jährigem Jungen das Leben

BERCHTESGADEN (ml) – Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden hat bei ihrer Jahreshauptversammlung auf ein mit 53 Wasserwacht-Einsätzen, sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst und über 7.000 ehrenamtlich geleisteten Stunden erneut starkes, arbeitsreiches, aber dafür weniger dramatisches Jahr zurückgeblickt. Hochwasser-Katastrophen, Totenbergungen und Waldbrände wie 2013 blieben aus, dafür war allein das Rettungsboot am Königssee 41-mal im Einsatz. Ortsgruppenvorsitzende Elke Schneider, der Technische Leiter, Franz Kurz und Jugendleiterin Katharina Hinterbrandner berichteten den Mitgliedern und Gästen von den vielen Aus- und Fortbildungen und zeichneten verdiente Mitglieder aus.

Gewohnt arbeitsreiches Jahr
Franz Kurz, der Technische Leiter der Ortsgruppe, berichtete von den insgesamt 53 Wasserwacht-Einsätzen und sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst im vergangenen Jahr. Aktuell gehören 41 aktive Einsatzkräfte zur Berchtesgadener Wasserwacht, die nahezu alle die Basisausbildung zum Wasserretter absolviert haben und darüber hinaus über zahlreiche Spezial-Ausbildungen verfügen. Darunter 21 Bootsführer, 13 Rettungs- und Bergetaucher, vier Canyon-Retter, vier Wasserwacht-Luftretter, zwei Ärzte und eine Mitarbeiterin im Kriseninterventionsdienst (KID). „Wir verfügen über ein eigenes Ausbilder-Team und können für fast alle Fachdienste selbst ausbilden“, freute sich Kurz. Die Ortsgruppe verfügt über neun Rettungsschwimmausbilder, sieben Schwimmausbilder, zwei Tauch-Ausbilder, zwei Erste-Hilfe-Ausbilder, eine Sanitäts- und Wasserretter-Ausbilderin und ein Ausbilder für Strömungsretter. Die Ausbilder für Rettungsschwimmen vermitteln die Techniken zur Fremd- und Selbstrettung, wobei 2014 unter ihrer Anleitung bei zwei Lehrgängen 34 Rettungsschwimmabzeichen absolviert wurden.

Für die Aus- und Fortbildung und das Training leisteten die Ehrenamtlichen über 2.000 Stunden. „Wöchentliches Training ist die Basis für eine Wasserwacht, wobei wir Kondition, Schwimmstil, Rettungstechniken im Wasser und Aquagymnastik trainieren und schulen. Das Element Wasser ist nicht für dauernden Aufenthalt des Menschen geeignet. Es erfordert immer wieder Übung. Ein sicherer Taucher braucht mindesten 100 Tauchgänge sowie jährlich mindesten zehn Tauchgänge, darunter Eis- und Nachttauchgänge, um fit zu bleiben“, erklärte Kurz.

41 Rettungsbooteinsätze
Von Mai bis Oktober waren die Wasserretter am meisten gefordert. 2014 war allein das Rettungsboot am Königssee 41-mal im Einsatz, davon 21-mal für erkrankte oder verletzte Menschen, zehnmal bei gemeinsamen Einsätzen mit der Bergwacht, dreimal bei Rettungen aus einer gefährlichen Lage, drei Transporte bei Feuerwehreinsätzen am Königssee, drei Vermisstensuchen, sieben Sachbergungen oder Erkundungen und vier sonstige Einsätze. Darüber hinaus fanden vier Taucheinsätze, sieben Erstversorgungen für den Landrettungsdienst, zwei Canyon-Einsätze und zwei Fehleinsätze statt, die noch auf der Anfahrt wieder abbestellt wurden.

Über 7.000 ehrenamtliche Stunden
In der Summe haben die aktiven Einsatzkräfte 2014 3.760 Stunden geleistet, dazu kommen 3.414 weitere Stunden beim Kinderschwimmen. Auch Sanitäts- und Sicherheitsdienste beim Baden gehören zum Aufgabenspektrum. Im Schornbad, im Aschauerweiherbad, im Freibad Marktschellenberg und in der Watzmanntherme, aber auch beim Eisdienst am Hintersee leisteten die Ehrenamtlichen über 400 Stunden. 2014 absolvierten ein Mitglied die Ausbildung zum Wasserretter und vier Mitglieder die Ausbildung zum Rettungsbootführer, wobei viele Trainingsstunden mit den Fahrlehrern Jürgen Klapfenberger, Franz Kurz und Kathi Hinterbrandner stattfanden. Auch Übungen im Fließgewässer, an den unwegsamen Ufern der Achen, bei Tag und bei Nacht, gehören zum regelmäßigen Pflicht-Programm der Wasserwacht, die 2014 Seiltechniken, die Selbstsicherung und die Sicherung von Patienten trainierte.

Vier Mitglieder gehören zur Canyon-Rettungsgruppe Chiemgau, die 2014 eine große Sommerübung in Friaul absolvierte und regelmäßig in den heimischen Gebirgsbächen übt. Alle Bootsführer müssen jährlich mindestens fünf einsatzbezogene Manöver fahren, darunter auch Radarübungen und Sturmfahrten. Im Herbst bekam die Ortsgruppe ein zweites Fahrzeug, einen gebrauchten, aber gut erhaltenen VW-Bus des Betreuten Fahrdienstes, der mit Spenden und einer Aktion der Sparkasse zum Weltspartag finanziert wurde und nun als Mannschaftswagen für Einsätze, Übungen, Tagungen und Fortbildungen genutzt wird. Darüber hinaus wurden neue medizinische Ausrüstung, Dienst- und Einsatzkleidung, Tauchausrüstung und ein flexibel einsetzbares Schnelleinsatzboot in Dienst gestellt, das der Freistaat Bayern finanziert hat. Kurz dankte abschließend allen Partnern und Einsatzorganisationen für die gute Zusammenarbeit.

Bis zu 100 Kinder und Jugendliche beim Schwimmtraining
Jeden Donnerstag findet zwischen 18 und 20.15 Uhr in der Watzmanntherme das Jugendtraining für rund 60 bis 100 Kinder und Jugendliche statt, wobei die Jugendleiterinnen Katharina Hinterbrandner, Maria Planegger und Katharina Listl und ihr Team dem Wasserwacht-Nachwuchs mit viel Spiel und Spaß das Schwimmen beibringen und Technik- und Ausdauer der Mädchen und Buben trainieren; insgesamt wurden 43 Seepferdchen, 65 Jugendschwimmabzeichen in Bronze, 39 in Silber und sechs in Gold abgelegt. Darüber hinaus auch sieben Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Bronze. Die BRK-Wasserwacht betreute 2014 mit den Ausbildern Marco Püschl, Elke Schneider, Alfons Kandler, Gerhard Däuber und Sigi Grassl auch das Schulschwimmen in den Grund- und Mittelschulen in Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Oberau, Ramsau und Schönau. Renate Däuber bot für den Nachwuchs einen Erste-Hilfe-Kurs an. Außerdem fand im August ein Zeltlager am Waginger See und im Dezember eine Jugend-Weihnachtsfeier statt. Die Wasserwacht stellte beim Ferienprogramm der Gemeinden Marktschellenberg und Schönau dem Nachwuchs ihre Arbeit vor: Die Kinder erhielten Einblick in die
Ausrüstung von Auto und Boot. Anschließend stand eine kleine Fahrt über den Königssee auf dem Programm sowie eine Naturschutzwanderung in St. Bartholomä.

Präventionsarbeit gegen den Ertrinkungstod
„Ich bin in den vergangenen beiden Jahren des Öfteren auf den Sachstand angesprochen worden, dass die Kinder allgemein nicht mehr schwimmen lernen. Dies konnte ich für unseren Talkessel nie bejahen“, sagte Ortsgruppenvorsitzende Elke Schneider. Während eines Jahres bringt die BRK-Wasserwacht allein in Berchtesgaden rund 50 Kindern das Schwimmen bei und betreut sechs Grundschulen beim Schulschwimmen; viele Kinder kommen danach, um ihr Gelerntes bei der Wasserwacht zu vertiefen. „Wir sorgen mit unseren Ausbildern praktisch das ganze Jahr vor, damit es erst gar nicht zum Ernstfall eines Ertrinkungsunfalls kommt. Bei einem Notfall kann die Wasserwacht aber gar nicht schnell genug sein und ist immer auf engagierte Ersthelfer angewiesen“, erklärte Schneider. Michael Tagirow, der Held vom Königssee, der im Oktober an der Seelände als Einziger nicht weggesehen hatte und beherzt in den See gesprungen war, um einem vierjährigen Jungen das Leben zu retten, war deshalb als Ehrengast bei der Jahreshauptversammlung geladen.

Neuaufnahmen und Ehrungen
Marco Tusl, Susanne Maier, Andi Fendt, Sandra Tartler und Kerstin Wanek wurden als neue Mitglieder in die BRK-Wasserwacht aufgenommen. Aus der Jugendgruppe wechselten Barbara Häusser, Vroni Walter und Andrea Pletzer in den Aktivendienst über. Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer und Elke Schneider zeichneten zwölf Männer und sechs Frauen für langjährige fördernde Mitgliedschaft in der BRK-Wasserwacht aus: Günter Eisenschink und Julia Wedel (beide fünf Jahre), Michael und Monika Griesser, Andreas Lederer, Angelika Stalla (alle 15 Jahre), Helmut Franz (20 Jahre), Maria Moderegger (25 Jahre), Adrian und Mario Schäfer (beide 30 Jahre), Thomas Frick, Holger Huber (beide 40 Jahre), Eugen und Inge Kellner, Rosl Moldan, Erich Schneider (alle 45 Jahre), Helmut Köppl und Ulli Schäfer (beide 50 Jahre). Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Wasserwacht-Urgestein Klaus Pfeiffer geehrt. Jürgen Klapfenberger, Martin Planegger, Katharina Hinterbrandner, Franz Kurz, Rene Feldt und Gerald Stalla bekamen nachträglich für ihren Einsatz 2013 Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ des Bundesinnenminister Thomas de Maiziére überreicht.

Lob für die ehrenamtliche Arbeit
Zahlreiche Ehrengäste bedankten sich im Grußwort oder persönlichem Gespräch für die ehrenamtliche Leistung der BRK-Wasserwacht, darunter Berchtesgadens zweiter Bürgermeister Bartl Mittner, Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber, Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann, Marktschellenbergs zweiter Bürgermeister Volkard Geiger, Schönaus dritte Bürgermeisterin Elisabeth Rasp, Berchtesgadens stellvertretender Polizeichef Franz Sommerauer, BRK-Rettungsdienstleiter Markus Zekert, Florian Holzinger von der BRK-Bereitschaft, Bergwacht-Bereitschaftsleiter Thomas Stöger, Christoph van Bebber von der Watzmanntherme, Michael Griesser und Michael Brandner von der Königssee-Schifffahrt, Mario Kirchhoff, Thomas Pfnür, Andreas Lindner, Stefan Kandler und Christian Wagner von den Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden und Marktschellenberg sowie Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer und sein Vorgänger Alfons Kandler.