Betreten von Eisflächen ist lebensgefährlich: bei einem Eis-Einbruch immer sofort die Notruf-Nummer 112 wählen

RAMSAU/HINTERSEE (fk/ml) – Langsam frieren auch im Berchtesgadener Land aufgrund der anhaltend frostigen Temperaturen die stehenden Gewässer zu, wobei das Eis aber noch nicht richtig trägt. Die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Wasserwacht aus dem Berchtesgadener Land haben die Gelegenheit genutzt und einen Tag lang am Hintersee mit 38 aktiven Wasserrettern und Anwärtern die improvisierte und organisierte Rettung und notfallmedizinische Erstversorgung von im Eis eingebrochenen Menschen geübt.

Die Organisatoren hatten insgesamt vier Stationen eingerichtet, an denen die Teilnehmer die verschiedenen professionellen Rettungsmittel und improvisierten Hilfsmittel unter sehr realistischen Bedingungen auf dem brüchigen und durch Regen und Schneefall stumpfen Eis ausprobieren konnten. Neben professionellen Geräten wie aufblasbare und Festkörper-Eisrettungsschlitten und dem Wurfretter kamen auch hölzerne Steckleitern und speziell angepasste Holzbretter mit Griffen zum Einsatz. Die Kameraden am Ufer sicherten die mit Neopren oder Kälteschutz-Anzügen gesicherten Retter und Patienten-Darsteller am Eis und im Wasser per Leine ab.

„Auch die Rettung mit einer rasch verfügbaren Leiter oder einem Brett funktioniert sehr flott und effektiv, wenn man sie vorher übt und die Retter vom Ufer aus mit einer Leine oder anderen Gegenständen sichern kann“, erklärt der Technische Leiter der Berchtesgadener Wasserwacht, Franz Kurz, der aber aktuell allen abenteuerlustigen Menschen abrät, die Gewässer im Landkreis zu betreten; die Qualität und Stärke der Eisfläche kann oft nur sehr schwer eingeschätzt werden. Vor allem Kinder sollten nie unbeaufsichtigt zugefrorene Gewässer betreten. Die BRK-Wasserwacht gibt generell keine zugefrorenen Gewässer frei und bittet von entsprechenden Anfragen der Bevölkerung abzusehen. Im Notfall sollte bei einem Eis-Einbruch immer sofort die Notrufnummer 112 gewählt und bei einem eigenen Rettungsversuch der Retter vom Ufer aus gesichert werden, denn die Nässe und Kälte sind innerhalb nur weniger Minuten auch für den Ersthelfer ohne Neopren-Anzug lebensgefährlich.

Weitere Informationen zu den Gefahren auf dem Eis und zur Eisrettung gibt es auf der Internet-Seite des Roten Kreuzes unter https://www.kvberchtesgaden.brk.de/brk-bgl/aktuelles/11470-13-12-2019-warnung-eisflaechen-nicht-betreten-wasserwacht-bayern-rund-um-die-uhr-einsatzbereit-fuer-eisrettung.html

Bei der Abschlussbesprechung bedankten sich die Teilnehmer für die tolle Organisation. „Ein ganz großes Danke geht auch an die Wirtsleute der Seeklause am Hintersee – Familie Ehegartner – sie haben für 38 Helfer die Verpflegung spendiert!“, lobt der stellv. technische Leiter der Wasserwacht Berchtesgaden, Martin Planegger.

Dieser Beitrag wurde unter Jugend, News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar