News 2017

26.08.2017: BRK Wasserwacht und Nationalpark Berchtesgaden weisen auf Verhaltensregeln im Nationalpark hin

Immer öfters müssen die ehrenamtlichen Wasserretter der BRK Wasserwacht Berchtesgaden Touristengruppen auf die Regeln im Nationalpark hinweisen: Campieren und Lagerfeuer sind verboten.

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE (mp) – In lauen Sommernächten gemütlich am See um ein Lagerfeuer sitzen – wer wünscht sich das nicht? Leider mussten die Mitglieder der BRK Wasserwacht Berchtesgaden in letzter Zeit während Einsatz- oder Übungsfahrten am Königssee immer wieder Gäste auf die Regeln des Nationalparks hinweisen. Gerade am und um den Königsbach-Wasserfall am Königssee, gesellen sich im Sommer viele Jugendliche wie auch Erwachsene. „Zelten, Campieren und Lagerfeuer sind im Nationalparkgebiet strengstens verboten“ so Martin Planegger, stellvertretender technischer Leiter der BRK Wasserwacht Berchtesgaden. „Wir haben so ein schönes Fleckchen Natur, das sollten wir den nächsten Generationen erhalten“.

Bei fast jeder Einsatz- oder Übungsfahrt am Königssee sammeln die Mitglieder der Wasserwacht Müll und Hinterlassenschaften der Gäste auf. „Gerade bei schönen Abenden müssen wir immer wieder jugendliche Gruppen auf das Lagerfeuer-Verbot hinweisen“ so Martin Planegger. Der Nationalpark Berchtesgaden hat in Abstimmung mit der Seenschifffahrt und der Polizei an mehreren zentralen Stellen rund um den Königssee die „Verhaltensregeln“ veröffentlicht. Wenn ein Lagerfeuer außer Kontrolle gerät, kann sich im naturbelassenen Gehölz und Untergehölz schnell ein größerer Waldbrand entwickeln. Aus diesem Grund möchte die Wasserwacht Berchtesgaden sowie der Nationalpark Berchtesgaden nochmals darauf Aufmerksam machen, dass Zelten und das entzünden eines Lagerfeuers im Nationalpark ist strengstens verboten. (§9, Abs.4, Nr. 4 Nationalparkverordnung). Wiederholt wurden in jüngster Zeit Campierer und Lagerfeuer im Gebiet des Nationalparks gemeldet. Aus diesem Grund führt die Nationalparkverwaltung aktuell verstärkt Kontrollen durch.


19.06.2017 – BRK Wasserwacht gibt Tipps für Ersthelfer

BRK-Wasserwacht erinnert an die wichtigen Verhaltensregeln bei Ertrinkungsunfällen. „Das Wichtigste ist immer, gleich den Notruf 112 zu wählen. Nur dann kann die Leitstelle in Traunstein die rasche Rettung in die Wege leiten“, erklärt Kreis-Wasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer. Wenn man einen Ertrinkungsunfall mitbekommt, sollte man folgende Grundregeln beachten: Ruhe bewahren, Notruf absetzen, Hilfe rufen, dem Ertrunkenen helfen, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu begeben und an Land dann Erste Hilfe leisten, bis Notarzt und Sanitäter eintreffen.

„Ruhe bewahren ist natürlich nicht einfach, ist aber mitunter der wichtigste Schritt. Den Notruf kann jeder absetzen, der ein Telefon bedienen kann; anschließend sollte man laut um Hilfe rufen, damit möglichst noch andere Ersthelfer kommen und mithelfen“, betont Schierghofer. Dem Ertrinkenden helfen: Mit Hilfe eines Bootes kann man sich dem Patienten nähern, wenn kein Boot zur Verfügung ist, sollte man ihn ansch

wimmen. „Als Retter sollte man immer ein schwimmfähiges Hilfsmittel dabeihaben, das man dem Patienten reichen kann. Ein Ertrinkender ist immer panisch und versucht mit allen Mitteln,  über Wasser zu bleiben. Reicht man ihm die Hand oder kommt man sich zu nahe, besteht die Gefahr, unter Wasser gedrückt zu werden“, warnt Schierghofer, der auch Ausbilder im Rettungsschwimmen ist. An vielen Badeseen sind aus diesem Grund Rettungsringe am Ufer angebracht. Ist kein Rettungsgerät vorhanden, kann man eine Luftmatratze oder andere schwimmfähige Gegenstände nehmen, die man dann dem Patienten aus sicherer Entfernung reicht.

Hat der Ertrinkende das Hilfsmittel gegriffen, muss man ihn zügig an Land bringen. Der einfachste Weg ist natürlich mit einem Boot; wenn kein Boot vorhanden ist, muss er notfalls schwimmend gezogen werden. Ist der Patient an Land ansprechbar, so ist Erste Hilfe nach Bedarf zu leisten – einfach mit dem Patienten sprechen – wichtig hierbei ist vor allem der Wärmeerhalt, beispielsweise mit einer Rettungsdecke. Sollte der Patient nicht bei Bewusstsein sein muss die Atmung kontrolliert werden. Eine Atemkontrolle besteht aus „Sehen, Hören und Fühlen“ rund zehn Sekunden lang.

Wenn der Patient bewusstlos ist und atmet, muss er sofort in die stabile Seitenlage gebracht  und überwacht werden, bis die Rettungskräfte eintreffen – ein weiterer Anruf bei der Leitstelle mit dem Hinweis „Patient ist bewusstlos, aber atmet“ ist hilfreich für die weitere Planung des Einsatzablaufs. Hat der Patient keine Atmung mehr, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen werden. „Wenn in der Nähe ein Frühdefi (AED) vorhanden ist, sollte das Geräte sofort mit eingesetzt werden, da dann die Chancen überaus gut sind , dass der Patient ohne bleibende Krankheiten das Ereignis übersteht“, beton Schierghofer.

Als Retter sollte ich man kein zu großes Risiko eingehen und sich selbst nicht in Lebensgefahr bringen. Wichtig ist immer abzuschätzen: Kann ich die Strecke aus eigener Kraft schwimmen, habe ich Kinder dabei, auf die ich aufpassen muss, fühle ich mich selber fit, um zu helfen? Wenn man als Aufsichtsperson für Kinder unterwegs ist, kann man meist nicht mehr tun, als den Notruf abzusetzen und weitere Ersthelfer herbeizurufen. Im Landkreis gibt es vier Ortsgruppen der BRK-Wasserwacht. Bei jeder kann man das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) ablegen. „Jeder Mensch sollte einmal im Leben zumindest das bronzene DRSA machen. Hier werden die Grundlagen für die Rettung von Ertrinkenden erklärt, ausgebildet und geprüft“,  erklärt Schierghofer, der Interessierten anbietet, einfach Kontakt zur örtlichen Wasserwacht aufzunehmen.

Unbedingt Baderegeln beachten

Damit überhaupt nichts passiert, sollten die Baderegeln beachtet werden: Achte auf die Wassertemperatur; springe nie erhitzt ins Wasser! Kühle Dich vorher ab! bade nie mit vollem Magen; gehe nicht übermüdet ins Wasser! Schwimme oder tauche nicht im Bereich von Sprunganlagen! Unterlasse das Rennen am Beckenrand! Verlasse das Wasser sofort, wenn Du frierst! Trockne Dich nach dem Baden gut ab! Stoße nie andere ins Wasser! Verlasse bei Sturm, Gischt oder Gewitter das Wasser! Gehe nicht unter Alkohol- Medikamenten- oder Drogeneinfluss ins Wasser! Benutze als Nichtschwimmer nie aufblasbare Schwimmkörper als Schwimmhilfe! Springe nie in unbekanntes oder trübes Gewässer! Beachte Warnhinweise, Begrenzungen, Absperrungen und Bojen! Tauche nicht mit beschädigtem Trommelfell oder einer Erkältung! Meide Wasserpflanzen, Wehre und Strudel! Schwimme lange Strecken nie ohne Bootsbegleitung und bade nie allein! Rufe im Notfall rechtzeitig um Hilfe! Beachte die besonderen Gefahren am und im Meer! Bleibe weg von Schiffen und Wasserfahrzeugen!

 

 

 

 

 

 

 


18.05.2017: 15 neue Wasserretter für das Berchtesgadener Land

Ehrenamtliche Ausbilder der BRK-Wasserwacht bilden in Eigenregie über Monate hinweg zukünftige Einsatzkräfte aus

BAD REICHENHALL (mp/ml) – Die Bade-Saison an den heimischen Gewässern kann beginnen: Die ehrenamtlichen Ausbilder der BRK-Wasserwacht haben seit September 2016 im Rahmen eines Pilot-Projekts mit neu strukturieren Kursinhalten insgesamt 15 weitere Einsatzkräfte für den Wasserrettungsdienst im Landkreis ausgebildet, die nun alle erfolgreich ihre Prüfung abgelegt haben. Die jungen Frauen und Männer engagieren sich zukünftig im Wachdienst an den Seen und in den Bädern sowie in den mobilen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n), die zu Rettungseinsätzen am und im Wasser ausrücken.

Die Ausbildungsinhalte sind thematisch breit gefächert und umfangreich und bestehen aus mehreren Modulen, darunter die Ausbildung zum Sanitäter, die Zusatzqualifikation Fließwasserrettung, Rettung aus schwierigem Gelände, Tauch- und Ertrinkungsunfälle, Wiederbelebung von Kindern und Erwachsenen mit dem Frühdefi, Kindernotfälle, Nachteinsätze, Motorrettungsboot-Einsätze, Einsätze auf winterlichen Gewässern mit Eiseinbruch und die Mitarbeit bei der erweiterten rettungsdienstlichen Versorgung. Die Teilnehmer des Kurses zum Wasserretter und Fließwasserretter kommen aus den Ortsgruppen Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing-Ainring und Laufen-Leobendorf.

Die jeweils am Wochenende durchgeführte Ausbildung umfasste insgesamt über 100 Unterrichtseinheiten und war nach dem neuen modularen Aufbau des Wasserretter-Lehrgangs der BRK-Wasserwacht organisiert. „2016 hat sich die Ausbildung zum Wasserretter grundlegend geändert. Der modulare Aufbau des Kurses hat einige Vorteile im Vergleich zur bisherigen Ausbildung. Wir können nun  beispielsweise verstärkt auf die Besonderheiten unseres Einsatzgebiets eingehen“, erklärt Lehrgangsleiter und Ausbilder Christian Standl aus Bad Reichenhall. Die Ausbildungsthemen wie Basisausbildung Notfallmedizin, Einsatztraining Wasserrettung, Zusatzqualifikation Fließwasserrettung sowie regionales Einsatztraining im gesamten Berchtesgadener Land sind Bestandteil des eigentlichen Wasserretter-Kurses. Zur ergänzenden Fließwasserrettung gehörten Gewässer- und Strömungskunde, Beurteilung und Verhalten bei Fließwasserrettung bei Tag und Nacht, Seil- und Knotenkunde sowie Rettungs- und Hilfsmittel.

Während der praktischen Ausbildung in den verschiedenen Modulen lernten die angehenden Wasserretter auch gleich bei vielen Übungen am Wasser ihr zukünftiges Einsatzgebiet kennen. So wurde die Bootsausbildung in Laufen und am Königssee, die Fließwasserausbildung in Bad Reichenhall und die Sanitätsausbildung in Freilassing und Berchtesgaden durchgeführt.„Es war überaus lehrreich, abwechslungsreich und spannend! Wir freuen uns, dass wir es alle geschafft haben!“, berichtet Teilnehmerin Martina Häusser aus Berchtesgaden.Während der gesamten Ausbildung wechselten sowohl die Lehrgangsorte als auch die Ausbilder und Trainer. „Aufgrund der großen Vielseitigkeit und der verschiedenen Ausbilder haben die Teilnehmer nun ein überaus breites Basiswissen und sind so gut auf alle weiterführenden Lehrgänge vorbereitet“ erklärt Siegfried Hauber, Technischer Leiter der BRK-Kreis-Wasserwacht Berchtesgadener Land.

Die ganztägige Abschlussprüfung fand am Thumsee bei Bad Reichenhall statt: In vier komplexen Einsatz-Simulationen mussten die Teilnehmer im Vierer-Team die Versorgung eines Tauchunfalls, die Rettung eines Ertrinkenden mit dem Motor-Rettungsboot, eine Kinder-Wiederbelebung sowie die Wiederbelebung eines Erwachsenen im Rahmen einer lebensbedrohlichen Herzrhythmus-Störung abarbeiten. Alle 15 zur Prüfung angetretenen Teilnehmer schlossen den Prüfungstag mit Erfolg ab. „Ich freue mich, dass wieder so viele junge Menschen in der Wasserwacht aktiv sind“, erklärte Rudolf Schierghofer, Vorsitzender der BRK-Kreis-Wasserwacht, bei der Zertifikatsübergabe am Schluss des Lehrgangs. „Ihr habt nun die Grundausbildung bestanden und könnt Euch auf dieser Basis in allen Fachbereichen der Wasserwacht weiterbilden. Ab sofort könnt Ihr auch den Wachdienst mit den anderen Aktiven übernehmen sowie bei Einsätzen ausrücken, sofern Ihr schon volljährig seid!“

Während der gesamten Ausbildung seit September wurden die Wasserwachtler auch durch den Betreuungsdienst der BRK-Bereitschaften unterstützt. Sowohl bei der Eisaubildung am Hintersee wie auch während der Prüfung wurden die Teilnehmer, Helfer, Mimen und Ausbilder durch die Ehrenamtlichen bekocht und verpflegt. „Ohne Till Schöndorfer, Patrick Walser und ihr Team wäre vieles nicht so einfach gewesen“, lobt Martin Planegger, stellvertretender Technischer Leiter aus Berchtesgaden. „Der Lehrgang war schon sehr zeitintensiv, aber wir haben überaus viel gelernt. Für die tolle und lehrreiche Zeit möchten wir uns bei allen Helfern und Ausbildern herzlich bedanken!“, lobt Michael Berger aus Bad Reichenhall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


22.01.2017: BRK-Wasserwacht hat ernste Zukunftssorgen wegen ungewissem Fortbestand der Watzmann-Therme

Die Vorstandschaft der Wasserwacht Berchtesgaden

Vorstandschaft bei Jahreshauptversammlung einstimmig wiedergewählt – Ehrenamtliche Rettungsschwimmer wollen in Sachen Therme von politischen Entscheidungsträgern nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden

BERCHTESGADEN/BISCHOFSWIESEN (ml) – Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden hat bei ihrer Jahreshauptversammlung ihren bisherigen Vorstand einstimmig im Amt bestätigt und auf ein sehr erfolg- und arbeitsreiches Rekord-Einsatzjahr mit 70 Alarmierungen zurückgeblickt, aber auch ernste Sorgen um ihren Fortbestand wegen der ungewissen Zukunft der Watzmann-Therme geäußert. „Ohne Hallenbad als Trainingsstätte und Grundlage unserer Arbeit wird es keine effektive Rettungsschwimmausbildung mehr geben, und es wird wieder mehr passieren, da die Kinder nicht mehr schwimmen lernen!“, warnte Vorsitzende Elke Schneider mit einem Appell an alle politischen Entscheidungsträger. Schneider, ihr Stellvertreter Gerhard Däuber, die Technischen Leiter Franz Kurz, Martin Planegger und Erhard Laube, Kassier Nadine Komma und die Jugendleiterinnen Kathi Hinterbrandner, Maria Planegger und Kathi Listl bilden für die kommenden vier Jahre die neue Vorstandschaft.

Ohne Hallenbad keine effektive Schwimmausbildung
„Unser Bad kann sich auch nach 20 Jahren noch sehen lassen. Wichtige Alleinstellungsmerkmale sind, dass es familienfreundlich, kompakt, übersichtlich und preiswert bleibt. Mit  Superlativen wie dem zukünftigen Salzburger Paracelsusbad oder gar Erding können und sollten wir uns nicht messen und durch eine Hochrüstung mit vielen Millionen werden letztlich nur die Eintrittspreise immer höher werden“, befürchtet Schneider. Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer sprechen sich klar gegen ein Wettrüsten mit konkurrierenden Thermen in der Region und dem voraussichtlich 2019 fertiggestellten Paracelsusbad aus und wünschen sich eine Watzmann-Therme, die durch weiterhin günstige Eintrittspreise vor allem von den Einheimischen wieder mehr angenommen und letztlich auch wirtschaftlich getragen wird. „Für Emotionen ist es viel zu früh, denn wir werden nicht die Watzmann-Therme schließen, ohne ersatzlos ein anderes Angebot vorzulegen“, versuchte Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber stellvertretend für alle fünf Gemeinden des südlichen Landkreises in seinem Grußwort zu beruhigen. Obwohl frühestens im Herbst 2017 eine Entscheidung fallen soll, haben die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer dennoch Angst, plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Witterungsbedingt wären die Freibäder in Marktschellenberg, Schönau oder Bischofswiesen keine echten Alternativen.

BRK-Bereitschaft und BRK-Wasserwacht suchen in Berchtesgaden auch nach wie vor nach einer neuen Bleibe, da der vorhandene Raum nicht mehr ausreicht. Konkrete Pläne, beide Rotkreuz-Gemeinschaften bei der Berchtesgadener Feuerwehr unterzubringen, scheiterten 2016 aber an Vorschriften und am vorhandenen Raum. „Wir hätten Euch gerne bei uns gehabt, die Umsetzung wäre aber realistisch nicht machbar gewesen“, betonte Mario Kirchhoff und bedankte sich stellvertretend für alle Feuerwehren des südlichen Landkreises in seinem Grußwort für die gute Zusammenarbeit. Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer, der neue Berchtesgadener Polizeichef Willi Handke, Michael Grießer von der Königssee-Schifffahrt und Bürgermeister Thomas Weber lobten die BRK-Wasserwacht für ihr großes, nicht selbstverständliches ehrenamtliches Engagement.

Bisher stärkstes Einsatzjahr überhaupt
1.098 Mitglieder gehören aktuell zur Berchtesgadener Wasserwacht, davon sind 40 aktive Einsatzkräfte, mindestens Rettungsschwimmer, meist aber mit zahlreichen Spezialausbildungen, denen 2016 unter anderem 70 Einsätze – so viele wie nie zuvor – einiges abverlangt haben und die insgesamt 4.403 Stunden unentgeltlich für die Wasserwacht gearbeitet, trainiert und geübt haben; im Schnitt also jeder zwei bis drei Arbeitswochen. „Jeder Ehrenamtliche muss dabei schauen, Familie, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen“, betonte Schneider, die froh ist, dass Alt und Jung sich gut ergänzen und die Mega-Aufgabe gemeinsam stemmen. Von den 70 Einsätzen waren 48 mit dem Motorrettungsboot, es wurden 31 verletzte und erkrankte Menschen versorgt, 17 Einsätze fanden zusammen mit der Bergwacht statt, die die Wasserwacht samt Ausrüstung, All-Terrain-Vehicle (ATV) und E-Bikes mit ihrem Boot über den Königssee transportiert, beispielsweise zu den vielen Ostwand-Einsätzen, zwei Rettungen aus dem unwegsamen Steilufer des Königssees, vier Vermisstensuchen, zwei Canyon-Einsätze, der Katastropheneinsatz der heimischen Canyon-Retter beim Hochwasser in Niederbayern, ein Feuerwehr-Transport per Boot wegen eines Brandmeldealarms in Sankt Bartholomä, drei Taucheinsätze, bei denen aber keine Menschen gerettet oder geborgen werden mussten und darüber hinaus viele kleine Erstversorgungen bei kleineren und größeren medizinischen Notfällen abseits der eigentlichen Wasserwacht-Einsätze – auch beim Wachdienst in den Bädern und bei Sanitätsdiensten.

Einsatzschwerpunkt war wie immer der Touristen-Hotspot Königssee, wobei auch außergewöhnliche Notfälle wie ein in die hochwasserführende Ache gestürztes Auto oder die Katastrophe in Niederbayern das Können der Berchtesgadener forderten. „Klaus Pfeifer wurde per Winde auf einen Balkon eines umspülten Hauses abgelassen und mit den Bewohnern in den Hubschrauber aufgenommen; beim nächsten Anflug war der Balkons bereits weg“, schilderte Kurz die dramatischen Szenen.  Für all das finden fast jeden Tag Übungen, Fortbildungen und Training statt. Kurz: „Unsere Leute sind dadurch auch in kritischen Gewässern absolut fit und mit Spaß dabei!“

Erhard Laube dritter Technischer Leiter
Da ihre Aufgaben immer mehr werden, werden Franz Kurz und Martin Planegger in Zukunft mit Erhard Laube durch einen dritten Technischen Leiter entlastet, der sich um den Schwerpunkt Tauchen kümmern wird, der die Organisation immer mehr fordert: Ein Rettungstaucher braucht neben der medizinischen Untersuchung mindestens 100 Tauchstunden als Grundlage und zehn Tauchstunden jährlich, darunter auch nachts und im Eis, um den Aufgaben gewachsen zu sein. 2016 fanden 25 Tauchübungen, unter anderem auch mit einem Tauchroboter für größere Tiefen im Königssee statt. Laut Kurz ist die Technik aber noch zu wenig entwickelt und eine Anschaffung aufgrund der hohen Kosten nicht relevant. Vergangenes Jahr bekam die Wasserwacht unter anderem ein neues Raftboot für die Fließwasserrettung, war mit der Einführung des Digitalfunks stark gefordert, hat 42 Rettungsschwimmabzeichen abgenommen und zwei neue Bootsführerinnen ausgebildet. Abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit hat die Wasserwacht unter anderem auch fünf minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen das Schwimmen beigebracht.

Starke Gemeinschaft die füreinander einsteht
Neben den vielen Aufgaben und Pflichten ist die Berchtesgadener Wasserwacht auch eine starke Gemeinschaft aus Freunden, die füreinander einstehen und zusammenhalten: Hochzeiten und Geburtstage werden zusammen gefeiert, Feste und Ausflüge organisiert und trotz aller auch belastenden Erlebnisse kommen Spaß und Heiterkeit bei v
ielen gesellschaftlichen Ereignissen nie zu kurz. Wie relativ der Begriff der oft so knappen Zeit ist, musste Schneider eindrucksvoll bei einem Ostwand-Einsatz im Sommer erleben, als sie zusammen mit Klaus Pfeifer und Christoph Golser die Bergwacht per Boot nach Sankt Bartholomä gefahren hatte und dort rund eine Stunde zum Warten verdammt war. „Klaus vertrieb uns die Zeit, indem er uns von seinen vielen Ostwand-Begehungen und Führungen erzählte – vier Tage später passierte dann der tragische Absturz und ich bin heute so dankbar, dass wir diese eine Stunde noch zusammen verbracht hatten.“ Pfeifer war im August bei einem Unfall in der Kletterhalle ums Leben gekommen und aus der Mitte der aktiven Einsatzkräfte gerissen worden.

Sehr starke Jugendarbeit
Die Jugendgruppe hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung bereits gewählt: Kathi Hinterbrandner, Maria Planegger und Kathi Listl bleiben für vier weitere Jahre Jugendleiterinnen der Ortsgruppe, die nach wie vor mit durchschnittlich rund 100 Kindern im Training am Donnerstag zwischen 18 und 20.15 Uhr sehr stark frequentiert ist. Die Wasserwacht versucht dabei dem Nachwuchs mit Spiel und Spaß das Schwimmen beizubringen, Technik und Ausdauer zu optimieren und Abzeichen zu erreichen, wobei über 100 Abzeichen erreicht und abgenommen wurden. Die Anfänger-Schwimmkurse für 2017 und 2018 sind bereits alle ausgebucht; 2019 ist fast komplett vorbelegt. Zusätzlich unterstützt die Wasserwacht die heimischen Schulen personell beim Schwimmunterricht. Für die Jugendgruppen war darüber hinaus ein abwechslungsreiches und spannendes Programm geboten: Eine Jugendübung am Königssee, ein gemeinsames Zeltlager mit den Reichenhallern am Waginger See und eine gemeinsame Saalach-Rafting-Tour, wobei neue ortsübergreifende Freundschaften entstanden, Schnuppertauchen im Schornbad und im Anifer Waldbad, eine Schnitzeljagd durchs Deutsche Museum, ein Meerjungenfrauen-Schwimmkurs zur Schornbad-Eröffnung und die Ferienprogramme für Schulkinder zum Kennenlernen der Wasserwacht. Anna Angerer, Verena, Martina und Barbara Häusser, Hannah Renoth, Julia Renoth, Anna und Lena Gloau, Simon Klapfenberger, Amelie Hajek und Leni Stöger absolvierten über mehrere Wochen hinweg die neue Ausbildung zum Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst an den heimischen Gewässern, wodurch die nächste Generation an Einsatzkräften bereits in den Startlöchern sitzt. Hinterbrandner: „Unsere Männerquote in der Jugend ist derzeit sehr schlecht, weshalb wir uns über ein paar Buben sehr freuen würden!“

Verdiente Mitglieder geehrt
Gerhard Däuber wurde wegen seines jahrzehntelangen Engagements an der Spitze der Ortsgruppe zum Ehren-Vorsitzenden ernannt. Claus Hieke vom Ehrungsausschuss der BRK-Wasserwacht und stellvertretender Bezirksvorsitzender lobte die starke Ortsgruppe für ihre gute Führung und zeichnete Siegfried Grassl, Renate Däuber und Ehrhard Laube für ihr jahrzehntelanges Engagement mit der goldenen Ehrennadel des BRK aus – die höchste Auszeichnung der Organisation auf Landesebene. Christl Wagner hätte die Auszeichnung ebenfalls erhalten, war aber verhindert. Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer zeichnete Sabrina Komma, Kathi Listl und Andreas Hinterbrandner mit der Wasserwacht-Medaille in Bronze aus, überreichte an Maria Planegger die Auszeichnungsspange für zehn Dienstjahre und überreichte Zeitehrungen an langjährige aktive und fördernde Mitglieder: Julia Renoth (5 Jahre), Sabrina Komma (15), Christoph Golser (20), Sandra Tartler (25), Claudia Lochner (30), Sabine Walter (35), Helga Buchner (45) und Edi Schmid (45).


Neujahrsparty 2017

Ein Gedanke zu “News 2017

  1. Pingback: Juni 2017 – BRK Wasserwacht gibt Tipps zur Ersthilfe bei Ertrinkungsunfällen | Wasserwacht Berchtesgaden

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.