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  • Wasserwacht Berchtesgaden - mit Sicherheit am Wasser

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13.02.26: Es lohnt sich für alle“ – BRK-Wasserwacht Ortgruppe Berchtesgaden zieht eindrucksvolle Jahresbilanz – Lorenz Angerer rettet Inder im Wolfgangsee vorm Ertrinken

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE (ml) – 104 Einsätze, fast 1.000 Stunden Ausbildung, das ganze Jahr über rund um die Uhr Einsatzleiter-Bereitschaft und 1.135 aktive und fördernde Mitglieder: Mit beeindruckenden Zahlen hat die BRK-Wasserwacht Berchtesgaden als mit Abstand größte Ortsgruppe des Landkreises im Schönauer Hotel Hubertus aufs vergangene Jahr zurückgeblickt und verdiente Kameraden und Förderer geehrt. Doch neben der Statistik stand vor allem eines im Mittelpunkt: wie gut die motivierten Ehrenamtlichen als starke Gemeinschaft zusammenhalten, deshalb auch enorm viel Freizeit in ihr lebensrettendes Hobby investieren und in ganz anderen Lebensbereichen profitieren und authentisch mit Leistung überzeugen. „Warum? Das beschreibt „Ikigai“ – ein japanisches Konzept für Lebenssinn und Erfüllung sehr gut. Für die Wasserwacht bedeutet das schlicht: Es lohnt sich für alle; für Gäste und Einheimische, die Hilfe brauchen und für die Aktiven selbst, die von der sinnstiftenden und erfüllenden Arbeit, den Freundschaften und von den wertvollen Aus- und Fortbildungen profitieren“, weiß der Technische Leiter der Ortsgruppe, Martin Planegger aus eigener langjähriger Erfahrung. Im entscheidenden Augenblick macht sich die viele ins Ehrenamt investierte Zeit und Energie dann für nur ein gerettetes Menschenleben mehr als nur bezahlt: Der 2025 noch 15-jährige Lorenz Angerer ist Rettungsschwimmer der BRK-Wasserwacht und hat beim Klippenspringen am Wolfgangsee sofort geistesgegenwärtig reagiert, einen Inder über Wasser gehalten, der selbst nicht schwimmen konnte, ihn gekonnt gute 50 Meter weit ans Ufer gezogen und ihn damit vor dem Ertrinken gerettet.

Stabile Mitgliederzahlen und starker Nachwuchs
Mit 1.135 Mitgliedern zum Jahresende 2025, darunter 53 Neuaufnahmen und 376 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren, bleibt die Ortsgruppe eine starke Gemeinschaft im inneren Landkreis. Die intensive Nachwuchsarbeit der 13 Gruppenleiter und ihrer Helfer trägt sichtbar Früchte: 210 Kinder nahmen durchschnittlich am dreieinhalbstündigen Training an 29 Donnerstagen in der Watzmanntherme teil. Insgesamt absolvierten die Buben und Mädchen 96 Seepferdchen, 52 bronzene, 25 silberne und 29 goldene Schwimmabzeichen und elf Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Zudem konnten neun neue Rettungsschwimmer für den Wasserrettungsdienst ausgebildet werden. An fünf Schulen unterstützten zwölf Ehrenamtliche an bis zu fünf Tagen pro Woche die Lehrer beim Schulschwimmen, ermöglichten zwei zusätzliche Schwimmkurse in den Freibädern und die Schulschwimmwoche in Bischofswiesen und leisteten dabei insgesamt 267 Ausbildungsstunden. Ein gemeinsames Zeltlager mit der Ortsgruppe Bad Reichenhall, Ferienprogramme und weitere Aktivitäten stärkten zusätzlich den Zusammenhalt der Jugend. Emilie Pamer, Moritz Rosenberger, Uli Riemer und Markus Anfang wurden als neue Aktive in die Wasserwacht aufgenommen.

104 Einsätze im Jahr 2025
Mit 104 Einsätzen war die Berchtesgadener Wasserwacht ähnlich intensiv wie in den Vorjahren gefordert (2024: 105; 2023: 112; 2022: 126; 2021: 106; 2020:112; 2019: 120; 2018: 97); darunter waren 51 Rettungen aus Gefahrenlagen, 24 Krankentransporte mit dem Boot, mehrere Vermisstensuchen, medizinische Notfälle sowie vier Taucheinsätze. Hinzu kamen 17 Hausnotruf-Hintergrunddienst-Einsätze, die von drei Aktiven übernommen wurden. Besonders einsatzreiche Tage waren der 31. Juli mit vier Alarmierungen sowie der 20. April und der 8. Oktober mit jeweils drei Einsätzen. Insgesamt summierten sich die reinen Einsatzstunden auf 525 Stunden. Dazu kommen umfangreiche Zeiten für Vorbereitung, Nachbereitung, Wartung, Organisation und Kommunikation. Der Einsatzleiter Wasserrettung für den inneren Landkreis ist rund um die Uhr in Bereitschaft; allein diese von nur zwei Ehrenamtlichen gemeinsam geleisteten Bereitschaftszeiten summieren sich auf unglaubliche 8.784 Stunden. Während der Hauptsaison am Königssee von April bis Oktober ist per Dienstplan an Wochenenden und Feiertagen ein Bootsdienst mit mindestens zwei Aktiven organisiert, da kaum ein Tag ohne Einsatz vergeht.

Fast 1.000 Stunden Ausbildung
Damit im Ernstfall alles klappt, hat die Wasserwacht fast 1.000 Stunden in die Aus- und Fortbildung investiert – bei Lehrgängen und Übungen, aber ohne Schwimmtraining und Onlinekurse. Die Ortsgruppe zählt aktuell 51 Aktive, darunter 17 Bootsführer, 13 Rettungs- und Bergetaucher, zwei Einsatzleiter Wasserrettungsdienst sowie zahlreiche Ausbilder auf Orts- und Bezirksebene. Das Spektrum reicht von Wasserrettern und Fließwasserrettern über Digitalfunk-Ausbilder bis hin zu Canyon-Rettern. „Wir betreiben diesen enormen Aufwand, weil wir im Ernstfall funktionieren müssen, wenn es um ein Menschenleben geht“, betont Planegger. Mit Hilfe regionaler Sponsoren, darunter die beiden Bürgerstiftungen von Sparkasse und Volksbank Raiffeisenbank, Trachten Riehl, alle Gemeinden, die Seenschifffahrt und viele Privatleute, konnte die BRK-Wasserwacht für ihr Rettungsboot am Königssee ein neues Radargerät mit integrierter Seekarte und GPS in Betrieb nehmen, wodurch Fahrten bei anspruchsvollen Wetterverhältnissen mit Wellengang, Dunkelheit und Nebel deutlich sicherer werden. 

Mitgliedsbeitrag steigt auf 25 Euro
Abseits der beeindruckenden Zahlen wurde bei der Versammlung vor allem eines deutlich: Die BRK-Wasserwacht versteht sich als große Familie, in der alle zusammenhalten und sich in jeder Lebenslage gegenseitig helfen. „Weil’s Spaß macht und wir eine große Gemeinschaft sind!“, betont die Vorsitzende Claudia Lochner, die an private Geburtstage, Hochzeiten, Geburten und Todesfälle, an den Besuch der BRK-Präsidentin am Königssee, die heitere 75-Jahr-Feier der Ortsgruppe im Schornbad mit Segnung der beiden neuen Einsatzfahrzeuge und viele Feste und Ausflüge erinnerte. Die Ortsgruppe musste aufgrund der gestiegenen Kosten den Mitgliedsbeitrag pro Kind oder Erwachsenen auf jährlich 25 Euro erhöhen; er ist damit bei allen Wasserwachten im Landkreis gleich hoch. Ein Erwachsener und zwei Kinder kosten 45 Euro, zwei Erwachsene und zwei Kinder 60 Euro und zwei Erwachsene mit drei oder mehr Kindern zahlen 80 Euro im Jahr.

Lob und Anerkennung
Die Ehrengäste lobten die BRK-Wasserwacht in Grußworten und persönlichen Gesprächen für ihre unbezahlbare Leistung. „Sicherheit ist Gemeinschaftswerk; bei unseren Organisationen im Talkessel merkt man, dass die Zahnräder ineinandergreifen. Ihr seid dabei unsere Experten im nassen Element und Profis ohne Gehaltsscheck“, sagte der vor allem von der starken Jugendarbeit beeindruckte Polizeichef Sfefan Scharf. „Ohne Euch wären wir aufgeschmissen“, lobte die dritte Schönauer Bürgermeisterin Elisabeth Rasp stellvertretend für alle Gemeinden. Schifffahrt-Chef Michael Grießer bedankte sich für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit kurzen Dienstwegen am Tourismus-Hotspot Königssee und sprach den Wunsch aus, dass die Leute etwas besser auf sich selbst aufpassen und 2026 nicht mehr die 100-Einsatz-Marke geknackt wird. Kreisbrandinspektor Toni Brandner hob hervor, wie sehr Feuerwehr und Wasserwacht von Doppelmitgliedern profitieren und lobte die drei beim Verkehrsunfall mit dem Wasserrettungsfahrzeug verunglückten Wasserretter (wir berichteten), die trotz ihrer eigenen Verletzungen sofort den schwer verletzten Unfallverursacher versorgt haben, bis die nachalarmierten Einsatzkräfte eintrafen.